Wie du mit Affiliate Marketing richtig gutes Geld verdienst

Affiliate Marketing gehört zum beliebtesten Geschäftsmodell für Blogger. Wer es richtig macht, kann mit traumhaften Einnahmen belohnt werden.

Affiliate Marketing gehört in der heutigen Online Welt zu den – wie ich finde – besten und beliebtesten Möglichkeiten online Geld zu verdienen. Ob als Hauptbusiness oder im Nebenerwerb, jede Website mit einer gewissen Reichweite könnte mit Affiliate Marketing online Umsätze machen. Ich selbst erziele mit Affiliate Marketing bereits mehrere tausend Euro Einnahmen jeden Monat. Womit genau und was aus meiner Sicht für erfolgreiches Affiliate Marketing wichtig ist, erkläre ich in diesem Artikel. 

Was ist Affiliate Marketing? 

Affiliate Marketing besteht immer aus zwei Seiten. Für die, die eigene Produkte verkaufen wollen, ist Affiliate Marketing einen ein wirksamer Kanal im Marketing Mix. Für die andere Seite, die eine gewisse Reichweite in einer passenden Zielgruppe habt, ist es ein Geschäftsmodell. In diesem Beitrag möchte ich mich vor allem auf letztere konzentrieren, also Affiliates, die durch Empfehlungen Geld verdienen. Die Einschränkung „online“ nehme hier deshalb auch mit auf, weil es auch „offline“ Affiliates gibt. Auch, wenn das nicht immer so heisst, sind aber z.B. Versicherungsvertreter oder Immobilienmakler auch nur Affiliates (die Provision für Verkäufe erhalten). Für Produktanbieter, die Affiliates als Marketing-Hebel suchen, empfehle ich diesen Artikel.

Wie verdient man Geld mit Affiliate Marketing?

Klassische online Affiliates haben einen Blog oder eine Website und erstellen regelmäßig guten und relevanten Content. Dieser Content wird von interessierten Lesern gefunden (meist über Google und andere Suchmaschinen) und Leser mit den Antworten und Vertrauen versorgt.

Die Besonderheit bei Affiliate Marketing ist der Fokus auf käufliche Produkte. Nur selten geht es um Lifestyle oder persönliche Geschichten. Vielmehr sind Erfahrungsberichte zu bestimmten Produkten im Vordergrund. Ob physische Produkte, Software, Bankkonten, Verträge oder auch Wissensprodukte wie Kurse oder eBooks, alles sind potenzielle Affiliate Produkte. Entscheidend dabei ist, dass der Affiliate (der Werbende) die Produkte in seinen Texten (idealerweise aus persönlicher Erfahrung heraus) beschreibt und empfehlen kann, und den Leser möglichst auf kurzem Weg zum Produktanbieter führt. Kauft der Interessent dort dann ein Produkt, erhält der Affiliate dafür vom Shop oder Produktanbieter eine Affiliate Provision. Wie hoch die genau ist und wie lange diese z.B. bei regelmäßigen Umsätzen (Mitgliedschaften) gezahlt wird, hängt vom individuellen Angebot des Anbieters ab. Hier gibt es schlechtere und bessere Nischen.

Wer es schafft, viel relevanten Traffic aufzubauen, um dann die passenden Produkte zu empfehlen, der hat die Chance auf regelmäßige Affiliate Einnahmen mit seinem Blog.

Affiliate Marketing - so funktioniert das Modell

Warum Affiliate Marketing besser als Dropshipping ist

Aus der Grafik wird auch deutlich, wo der Unterschied zwischen Affiliate Marketing und Dropshipping ist. In beiden Fällen wird das empfohlene Produkt von jemand Drittem verschickt. Beim Dropshipping wäre der Websitebetreiber allerdings selbst der Shop und verkauft dem Kunden direkt ein Produkt. Beim Affiliate Marketing hingegen hat der Affiliate nicht direkt etwas mit dem Kunden zu tun. Der Verkauf an den Kunden (und damit auch die Haftung, Retourenabwicklung, Rechnungsstellung, etc.) findet komplett zwischen anderen Parteien statt. Das ist auch der Grund, warum Affiliate Marketing so attraktiv ist. Keine Produkte, keine Kundenbeziehung, nichts… Der Affiliate verdient ausschliesslich an der Empfehlung und kann sich voll und ganz auf die Vermarktung von Produkten konzentrieren.

Nachteile von Affiliate Marketing

Auch, wenn der Vorteil von Affiliate Marketing deutlich ist, es gibt auch Nachteile. Affiliates haben nämlich weder Einfluss auf die Conversion Rate im Shop, noch auf die Produkte selbst. Ausserdem sind die Affiliate Margen in der Regel deutlich geringer als die von Herstellern oder Händlern.

Stell dir vor, du bist Affiliate und hast über Monate Content und gute Rankings für ein bestimmtes Produkt aufgebaut – und dann entscheidet der Anbieter von heute auf morgen, dass er das Produkt nicht mehr anbieten möchte. Das ist sicherlich ein Extremfall, aber für Amazon Affiliates, die sehr viele Produkte empfehlen, ist das z.B. tatsächlich eine regelmäßige Herausforderung. Nicht selten kommen neue Anbieter hinzu oder verschwinden wieder. Und wenn ein potentieller empfohlener Kunde nichts kaufen kann, gibt es auch keine Affiliate Provision. Wachsamkeit und regelmäßige Pflege des Affiliate Beitrags gehören ebenso dazu, wie ggf. alternative Angebote im Hinterkopf zu haben, wenn es hart auf hart kommt.

Zweitens, muss ein Affiliate darauf vertrauen, dass der Shop selbst alles dafür tut, dass maximal effizient Produkte verkauft werden (Stichwort „Conversion Rate Optimiertung). Das fängt bei der Websitegeschwindigkeit an und geht bei Produktbildern, der Beschreibung und Testimonials – bis hin zum Trust der Marke und dem Support – weiter. Als Affiliate habe ich keinen Einfluss darauf, was der Shop so macht (oder auch nicht). Die Optimierung für den Affiliate hört bei der eigenen Website auf. Das ist definitiv ein Nachteil, wenn die Provisionen erst gezahlt werden, wenn auch etwas verkauft wird.

Dieses Problem ist übrigens auch ein Grund, warum so viele Blogger so gerne auf Amazon als Affiliate Partner setzen. Die Provisionen sind dort zwar im Verhältnis niedrig und die Cookie-Laufzeit unterirdisch, aber Amazon weiß, wie sie verkaufen. Die Conversions liegen i.d.R. bei deutlich über 5% (mindestens 5 von 100 empfohlenen Besuchern kaufen auch etwas) wo sich andere Shops über 2,5% Marktdurchschnitt freuen. Dafür bieten kleines Shops häufig sehr lange Cookie Laufzeiten von 30 oder gar 90 Tagen an. D.h. selbst, wenn sich ein empfohlener Leser erst deutlich nach dem Empfehlungsklick für einen Kauf entscheidet, wird dieser noch zu einer Provision führen. Zum Vergleich: Bei Amazon muss der Kauf innerhalb der Session erfolgen, in der die Empfehlung zu Stande kam. Mehr zum Thema Amazon Affiliate und ein paar Zahlen habe ich übrigens hier bereits aufgeschrieben.

Nicht nur Umsätze können vergütet werden

…sondern auch Besucher (Traffic) oder kostenfreie und unverbindliche Anmeldungen (z.B. bei einer Software) sind manchen Unternehmen schon Affiliate Provisionen wert. Denn typischerweise läuft ein Empfehlungs-Funnel wie folgt ab:

1. Klick

Der Affiliate platziert z.B. einen Empfehlungslink in seinem Blog und erzeugt einen Referral, also einen Besucher im Shop des Produktanbieters.

2. Lead / Signup

Dieser Besucher meldet sich aufgrund der Empfehlung bei dem Produktanbieter an (z.B. für einen kostenlosen Test einer Software). Geld fliesst hier üblicherweise noch nicht. Der Besucher hat sich aber selbst gegenüber dem Anbieter durch z.B. Überlassen seiner E-Mail Adresse an Interessent vorgestellt. Der Anbieter kann damit nun weitere Angebote oder Informationen z.B. per E-Mail verschicken.

3. Sale

Ein Sale ist, wenn ein Produkt tatsächlich gekauft wird. Nicht jeder Klick führt zum Lead und nicht jeder Lead führt zu Sale. 

CPC, CPL, CPS

An potenziell allen drei Stellen kann ein Geschäftsmodell. Wird die Vergütung bei Schritt 1 (Cost per Click / CPC) vereinbart, hat der Affiliate weniger Risiko und kann seinen Erfolg 100% steuern (nämlich den Klick auf die Seite des Unternehmens erzeugen).

Wird er erst für einen Signup bezahlt (Schritt 2: Cost per Lead / CPL), trägt der Affiliate das Risiko, dass die Website des Unternehmens einladend ist und möglichst gut zum Ziel (dem Sale) führt. Ist die Seite schlecht Conversion-optimiert, macht der Affiliate ein schlechtes Geschäft. Denn mit einer guten auf Conversions optimierten Website hätte er mit demselben Aufwand (derselben Anzahl an Klicks) mehr Erfolg gehabt.

Das größte Risiko trägt der Affiliate in Schritt 3 (Cost per Sale / CPS – oder auch Cost per Order / CPO). Hier ist er nicht nur davon abhängig, dass der Signup-Prozess gut funktioniert, auch die Kaufentscheidung und der Kaufprozess müssen funktionieren. Der Affiliate hat hier i.d.R. keinen Einfluss auf den Onboarding- und Sales-Prozess des Unternehmens, für das er eine Empfehlung ausgesprochen hat.

Hohes Risiko bedeutet (meist) hohe Affiliate Provisionen

Je höher das Risiko für den Affiliate ist, desto höher werden auch die Vergütungschancen. Ein Beispiel: Ein Unternehmen ist bereit für eine erfolgreiche Vermittlung (Sale) eines Kunden 100€ bezahlen. Der Funnel für das Unternehmen sieht typischerweise so aus:

1. Signup Conversion

Von 1000 Besuchern auf der Website melden sich 50 Besucher für einen kostenlosen Testaccount (Signup) an. Das entspricht einer Signup-Conversion-Rate von 5%.

2. Sales Conversion

Von 50 Signups entscheiden sich 10 das Produkt zu kaufen. Das entspricht einer Sales-Conversion von 20%. Wenn ein Sale in diesem Beispiel 100€ wert ist, dann ist ein Signup 20€ wert, weil 5 Signups sind 1 Sale. Soweit, so gut. Der Affiliate hat zwei weitere Kennzahlen, die er ausserdem berechnen kann: Traffic und Klicks.

1. Traffic

Wieviele Besucher erreiche ich z.B. mit einem bestimmten Text zu einem Thema/Produkt/Keyword. Der Traffic muss nicht immer zwingend über SEO (Google) kommen, er kann z.B. aus einer E-Mail Newsletter Liste oder gar über bezahlte, selbst eingekaufte Werbung erfolgen, so lange die Kosten hierfür geringer sind als die Einnahmen.

2. Klicks

Die wichtigere Frage ist jedoch, wie teuer ein Klick ist, den der Affiliate am Ende zum Partner weiterleitet. Ein Beispiel: Ein Artikel zu einem passenden Thema erzeugt 1000 Aufrufe im eigenen Blog jeden Monat. Von den 1000 Besuchern klicken 100 auf das dort beworbene Affiliate Produkt. Die Klick-Conversion liegt also bei 10%.

Aus dem Rechenbeispiel oben wird klar, was ein Klick wert ist:

  • Sale: 100€
  • Signup: 20€ (bei 20% Conversion)
  • Klick: 1€ (bei 5% Conversion)
  • Wert eines Besuchers im eigenen Blog: 1 Cent (10% Klick-Conversion)

Dieses Beispiel zeigt, dass Ableitung potentieller Affiliate Einnahmen an unterschiedlichen Stellen berechnet werden kann. Egal, ob der Affiliate Partner 1€ pro Klick oder 100€ pro Sale bezahlt, die Einnahmen wären in diesem Beispiel gleich, nämlich 100€ pro Sale.

Damit wird auch eine weitere Herausforderung deutlich: Affiliate Marketing ist komplex! Der Weg von der Suchintention bis zum Kauf kann sehr lang sein.

Wie beginnt man nun mit Affiliate Marketing?

Wenn du immer auf passives Einkommen mit Affiliate Marketing gehofft hast, muss ich dich leider enttäuschen. Es ist zwar ein indirektes Geschäfstmodell, bei du dich nicht um das Produkt selbst kümmern musst, aber Content muss geschrieben und regelmäßig aktualisiert werden. Das ist Arbeit! Ich versuche hier die wesentlichen und wichtigsten Schritte in der der erforderlichen Reihenfolge kurz aufzuzeigen. 

Das richtige Mindset

Wenn du sehr ungeduldig bist, nicht gerne Content erstellst (erst recht nicht Videos oder Texte) und auch keine Zeit dafür hast, dann kannst du an der Stelle gleich abbrechen und dir ein anderes Online Geschäftsmodell suchen.

Affiliate Marketing ist ein Job! 

Erfolgreiche Affiliates – die, die von ihren Affiliate Einnahmen leben können – haben teilweise Jahre benötigt um dort hin zu kommen. Meine persönliche Einschätzung ist, dass mindestens ein bis zwei Jahre intensives zeitliches Investment (mit entsprechendem Wissen) erforderlich sind, um einigermaßen relevante Umsätze erzielen zu können. Das hängt natürlich sehr stark von der Nische und den ausgewählten Produkten ab, aber es dauert länger als ein Wochenende. 

Wer sein Affiliate Marketing Projekt nur nebenbei aufbaut, der braucht deutlich länger. Idealerweise erstellst und pflegst du täglich neuen Content. Je mehr relevanten Content zu schreibst, desto bessern. Da so ein Artikel je nach Recheche und Wissen auch mal mehrere Stunden Zeit kostet, wird schnell klar, dass Bloggen (und damit Affiliate Marketing) ein Vollzeit-Job ist (sein sollte)! Diese Erwartungshaltung sollte jedem klar sein, der Affiliate ernsthaft als Geschäftsmodell in Betracht ziehen möchte.

Erst guter Content, dann das Vergnügen

Wer bei Null anfängt, der braucht als allererstes eine Website, bzw. einen Blog. Wenn das noch nicht existiert, dann empfehle ich diesen Artikel. Für die Keyword Recherche gibt es auch kostenlose Keyword Tools.

Steht der Blog, kann es auch schon losgehen. Thema überlegen, Wissen aneignen und drauf los schreiben! Wer wirklich das Geschäftsmodell Affiliate Marketing anstrebt, dem empfehle ich auch unbedingt einen Blog zu betreiben und darauf Fokus zu legen. Zwar lassen sich Produkte grundsätzlich auch prima über Instagram und Youtube empfehlen, allerdings leben Affiliates vor allem von SEO Traffic. Bei Youtube kann das noch gut funktionieren (weil Videos auch gesucht und gefunden werden), aber spätestens bei Instagram oder anderen Social Plattformen wird das schon deutlich schwieriger. Wer keine neuen Bilder postet, kann auch keine neuen Umsätze machen.

Bloggen ist besser als Youtube, Insta und TikTok für Affiliate Marketing

Die Intention der Nutzer auf Instagram und anderen visuellen Plattformen ist meist nicht „Kauf“, sondern eher „Unterhaltung“. Diese Plattformen eigenen sich also eher, um eine Marke bekannter zu machen, nicht aber um einen direkten Sale zu erzielen. Bei einem guten Text in einem Blog geht es hingegen meist um Aneignung von Wissen, die aus meiner Erfahrung besser zu Kaufentscheidungen führen können. Die Intention beginnt schon bei Google, nämlich da, wo Menschen z.B. eingeben „Wie kann ich online Geld verdienen?“ und dann z.B. auf Wissens-Artikeln wie diesem hier landen. Deshalb: Bloggen für Affiliate Marketing!

Damit das mit dem Bloggen gut funktioniert und die Texte gefunden werden, bitte unbedingt ab Tag 1 auf ordentliche Suchmaschinenoptimierung (inkl. Backlinkaufbau) achten. Wenn die Texte am Ende nicht gefunden werden, dann bringt auch die beste Empfehlung nichts!

Ich selbst schreibe daher häufig zuerst Artikel in meinen Blogs und überlege erst Monate später, wenn die Rankings und der Traffic da sind, welche Produkte ich wie nachträglich in die Texte einbauen und empfehlen kann. Nicht anders herum. Jeder Affiliate Texte wird ohnehin regelmäßig angefasst.

Wieviel Geld verdient man als Affiliate?

Kommt drauf an… Die richtige Auswahl der Produkte, bzw. der Nische ist genau so wichtig wie die richtige Platzierung innerhalb des Blogs. Und vor allem geht es darum, die richtige Zielgruppe für die Produkte anzusprechen. Die ultimative Wahrheit gibt es nicht, aber am Ende muss alles zusammenpassen. Letztlich geht es darum auszuprobieren, was wo wie gut funktioniert. Hier ein paar Best-Practices, die bei mir selbst ganz gut funktionieren: 

Beispiel 1: Empfehlung von Software

Ich selbst schreibe regelmäßig über Software, z.B. über Shopify, über Canva, oder über eine Kategorie wie Instagram Planungstools, oder z.B. auch über den Website Baukasten Wix.com. Wix ist zwar nur einer von vielen Anbietern, zahlt aber ganz gute Provisionen und gehört mittlerweile tatsächlich zu meiner Top-Empfehlung, wenn es um Homepage Baukästen geht.

Um bei dem Beispiel zu bleiben: Dieser Blogbeitrag hat auf im Verhältnis auf diesem Blog zwar verhältnismäßig wenig Traffic, er ist aber dennoch ein gutes Beispiel. In einem bestimmten Zeitraum nach Veröffentlichung hatte dieser Text gerade einmal ca. 100 Aufrufe pro Monat. In Affiliate-Maßeinheiten ist das sehr wenig Traffic! Aber diejenigen, die ihn finden, bleiben immerhin durchschnittlich 3 Minuten lang auf der Seite und beschäftigen sich intensiv mit dem Produkt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Von den ca. 100 Lesern pro Monat klicken nahezu alle auf meinen Empfehlungslink zur Wix Website. Von den meisten davon melden sich dann auch tatsächlich neue Nutzer bei Wix an (Signups). Wix selbst hat ab hier den Prozess recht gut im Griff und schafft es, viele Signups von einem Kauf zu überzeugen. In meinem Fall habe ich so im Vergleichszeitraum von 9 Monaten insgesamt 2780 USD Affiliate Einnahmen erzeugt. Nur mit Wix! Jeder Klick hat mir also 2,35 USD beschert! Für ein einzelnes Produkt und so wenig Traffic schon recht beeindruckend, wie ich finde. 

Kein Wunder also, dass es Menschen mit Websites gibt, die nichts anderes machen, als Homepage Baukästen zu testen und diese zu empfehlen. Die Seite tooltester.com macht z.B. nur das und hat immerhin schon über 500.000 monatliche Besucher. Auch das Online Marketing Magazin OMR verfolgt mit den OMR Reviews ein Affiliate Geschäftsmodell. Jeweils eine andere leicht Herangehensweise, aber in beiden Fällen geht es darum, den Lesern Vertrauen zu vermitteln und sie beim Kauf einer Software zu unterstützen. Wer hier nur mal ganz ganz grob hochrechnet, kann ich sich ausrechnen, dass sowas durchaus attraktiv ist und auch easy ein mehrköpfiges Team ernähren kann. Es zeigt aber auch ganz klar, welcher Aufwand dahinter steckt. Solche Rankings kommen nicht von irgendwo her und erst recht nicht über Nacht. Es ist ein langer und vor allem konsequenter Weg zum Gipfel. Bei OMR ging es verhältnismäßig schnell, da die Domain vorher „gut lief“.

SEO Entwicklung von omr.com/de/reviews

Beispiel 2: Empfehlung phyischer Produkte

Wer nicht so gerne Software empfiehlt, der könnte auch physische Produkte empfehlen. Ich mache das z.B. Beispiel in unserem Kaffeeblog. Eigentlich verkaufen auf happycoffee.org Kaffee (unser Haupt-Geschäftsmodell), aber wir haben uns mit der Zeit auch viel mit Kaffee-Zubereitungsmethoden beschäftigt und darüber geschrieben.

Nachdem die Artikel gut rankten, haben wir nach und nach Produkte von Amazon eingebaut, die wir in den Beiträgen nun empfehlen. Als Position und Platzierung haben wir uns für eine Tabelle mit ein paar wenigen Produkten in einer Reihe entschieden, die meist schon recht weit oben im Text erscheint. Jedes Produkt hat einen Namen, eine kurze Beschreibung, ein Bild und einen Kauf-Button. Ein Beispiel dafür ist unser Beitrag über Milchaufschäumer. Und so sieht das dann aus:

Affiliate Marketing: Produkte per Tabelle empfehlen.

Um mehr Vertrauen zu schaffen, zeige ich i.d.R. auch Bilder von mir, wie ich mich mit den Geräten beschäftige. Diese platziere ich meist weiter unten im Text.

Produkttests kommen bei Affiliate MArketing gut an.

Auf diese Weise machen wir – neben dem Verkauf unseres Kaffees – auch 4-stellige Umsätze als Amazon Affiliate.

Wichtige Regeln beim Affiliate Marketing

Wenn du jetzt motiviert bist, dann lies bitte noch diesen Abschnitt bis zum Ende durch. Denn man kann auch viel falsch machen und im schlechtestens Fall auch leer ausgehen. Diese Regeln sind auf meiner Sicht unumgänglich für alle, die mit Affiliate Marketing Geld verdienen wollen.

Vorlaufzeit

Ein Affiliate muss erstmal in Vorleistung gehen und massig Content erzeugen. Das dauert Zeit und ist Aufwand, den erstmal niemand bezahlt. Die Währung im Affiliate Marketing sind letztlich relevante Google Rankings, bzw. relevanter Traffic. Sonst nichts! Gute Affiliates sind daher vor allem auch gute SEOs und guter Blogger! 

Wer mit dem falschen Anspruch an seinen Content einen Blog startet, der wird nicht weit kommen und verschwindet auf den hinteren Rängen in den Suchmaschinen. Neben der Qualität des Contents ist auch die Menge an frischem Content entscheidend. Erfolgreiche Affiliates schreiben über Jahre konsequent neue Artikel und bessern bestehenden Content immer wieder auf. Wer bloggt, der weiß, wie schwer Disziplin sein kann. Große Affiliate Seite veröffentlich gut und gerne auch mal mehrere Nr. 1 Beiträge pro Tag!

Zu aggressive Werbung funktioniert nicht

Zum Glück gibt es immer weniger Seiten, die in erster Linie aus Bannern bestehen. Das hat aus meiner Sicht noch nie funktioniert. Ein guter Affiliate Beitrag hat die Aufgabe, ein Produkt zu erklären und ein gewisses Vertrauen dafür aufzubauen. Das funktioniert am allerbesten mit Bildern, Videos und vor allem Persönlichkeit. Wenn ich als Leser das Gefühl habe, dass sich der Blogger/der Autor mit dem Produkt beschäftigt hat und mir glaubhaft vermittelt, dass er es gut findet, dann erst denke ich über einen Klick zum Angebot nach. Am besten daher garkeine Banner verwenden und lieber Links im Fließtext oder auf eigenen Buttons verwenden. Banner lenken nur ab und wirken in 99% aller Fälle ohnehin unprofessionell.

Die richtigen Partner auswählen

Die besten Affiliate Programme sind nicht die mit den höchsten Provisionen, sondern die, die sich am besten in der erreichbaren Zielgruppe verkaufen lassen. Was bringt es mir als Reiseblogger eine große, schwere Kaffeemaschine zu empfehlen, wenn meine Leser auf der Suche nach Reiseempfehlungen sind? Genau so suchen die Leser von Happy Coffee mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Homepage Baukästen, sondern Kaffeezubehör. Der Kontext der Website muss klar sein und das Auftreten professionell. Die passenden Affiliate Produkte müssen entsprechend zum Content ausgewählt werden.

Bitte keine unpersönliche und generische Vergleichsseite bauen

Auch davon gibt es leider noch viel zu viele: generische Vergleichsseiten. Reine Listen wie „die 10 besten Tools für XY“ schienen in der Vergangenheit bei Google beliebt zu sein, sind aber unauthentisch und meist auch nicht mehr als eine Auflisting. Ich selbst vertraue solchen Seiten garnicht mehr. Auch, wenn es dafür tolle Wordpress Themes gibt, die ganz automatisch Produkte in den Blog ziehen und mit Affiliate Links versehen, rate ich davon ab! Vergleiche von Produkten sind zwar grundsätzlich gut und sinnvoll. Um Produkte aber wirksam zu empfehlen, sollte man sich die Zeit nehmen und sich wirklich damit beschäftigen und eine echte Meinung bilden, die auch einen Mehrwert für Leser vermittelt. Wenn du z.B. eine Software empfehlen möchtest, dann teste diese persönlich und so, wie diese ein Leser auch nutzen würde. Ich selbst kaufe die Produkte, die ich empfehle, in der Regel immer selbst. Ich zahle monatlich tausende Euro für Software (weil ich sie in einem meiner Unternehmen nutze, aber so auch testen kann). Das ist ein größerer Aufwand, der neben dem reinen Schreiben der Texte noch dazu kommt und in jedem Fall bei der Erstellung von Content mit berücksichtigt werden sollte. 

Bei physischen Produkten solltest du die Produkte im besten Fall ebenfalls selbst kaufen und dich damit beschäftigen. Spätestens für die Bilder und Videos ist das ohnehin erforderlich.

Wähle die für dich richtigen Partner aus

Es muss (und sollte) nicht immer nur Amazon sein. Ich empfehle, die Augen offen zu halten und bewusst nach Affiliate Angeboten zu suchen, die zu deiner Seite und deinem Traffic passen. Neben Amazon gibt es ja auch andere große Shops mit großer Produktauswahl wie Glaxus, Otto, Mediamarkt usw. Wenn es noch kein Angebot gibt, trau dich gerne auf den potentiellen Partner zuzugehen und ggf. gemeinsam ein individuelle Lösung zu bauen. 

Amazon ist zwar auch super, aber ganz klar ein Massengeschäft. Es könnte auch reichen zwei Hände voll Homepage Baukästen pro Monat zu empfehlen, um davon schon leben zu können. Als reiner Amazon Affiliate sind für dieses Ziel aus meiner Erfahrung rund 200.000 monatliche Leser erforderlich. Die müssen erstmal irgendwo her kommen.

Mein Fazit zu Affiliate Marketing

Ich finde, dass Affiliate Marketing ist ein langfristig sinnvolles und attraktives Geschäftsmodell ist, wenn man denn den Weg zum Ziel berücksichtigt. Der Erfolg kommt nicht über Nacht und erfordert jede Menge Arbeit. Wer die Disziplin aufbringt und es schafft eine relevant Zielgruppe mit regelmäßigem Traffic auf den eigenen Seite zu erschliessen, dem stehen dafür alle Optionen offen. 

Wenn du jetzt einen Blog starten möchtest, dann findest du hier meine Anleitung dazu.

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Christian ist Gründer von lsww.de. Seit 2011 baut er Online Unternehmen wie fastbill.com, happycoffee.org, meerdavon.com oder diesen Blog hier auf, und teilt hier seine Erfahrungen aus dem Alltag als Online Unternehmer. Immer Remote und manchmal auf Reisen, idealerweise von dort, wo es Wellen zum Surfen gibt ✌️

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