etracker: Meine Erfahrungen mit dem Cookie-losen Tracking ohne Einwilligung

etracker ist die perfekte Lösung für alle, die nach einer Datenschutz-konformen Google Analytics Alternative suchen!

etracker ist eine Analytics-Lösung aus Hamburg und eine echte Alternative zu Google Analytics, um Besucherdaten auszuwerten und Marketing-Kampagnen auszuwerten. Die wesentlichen und Funktionen von Google Analytics sind auch bei dieser Software mit drin, allerdings gibt es einen besonderen Unterschied: etracker kann auch komplett ohne Cookies Besucherdaten tracken und benötigt in dieser Form daher keine Cookie-Einwilligung. Das verschafft nicht nur vollständigere Daten und ist aus Datenschutz-Sicht unbedenklich, sondern könnte auch den Einsatz eines Cookie-Consent-Bannern überflüssig machen, und so die User Experience (und Conversion) erhöhen. In diesem Artikel zeige ich dir, wie etracker funktioniert und warum ich denke, dass es eine richtig gute Lösung ist.

Wie funktioniert Cookie-loses Tracking mit etracker?

Beim Cookie-losen Tracking werden lediglich Webseiten-Daten von Webservern genutzt sowie Informationen, die der Webbrowser zum Abruf von Webseiten bei jedem Seitenaufruf an den Webserver überträgt (pseudonyme Daten). Im Gegensatz zu Cookies oder vergleichbaren Technologien werden dabei keine Informationen aus dem Speicher des Endgeräts des Nutzers ausgelesen und auch keine Informationen auf diesem Endgerät gespeichert.

Die pseudonymen Informationen ermöglichen es, einzelne Seitenaufrufe zu einer zusammenhängenden Besucher-Session zu verbinden. Mithilfe eines verknüpften Zeitstempels wird ausgeschlossen, dass Seitenaufrufe nur dann einer Session zugeordnet werden, wenn sie innerhalb eines 24-Stunden-Zeitfensters erfolgen. Danach würde jeder Besucher einfach ein neuer Besucher sein.

Auf diese Weise werden technisch auch ohne Cookie-Aktivierung alle Website-Interaktionen und Conversions erfasst. Lediglich die Wiedererkennung eines Besuchers ist auf 24 Stunden begrenzt. Erfasst werden ohne Cookies:

  • Seitenaufrufe (automatisch)
  • Endgerätetyp, Betriebssystem und Browser (automatisch)
  • Geo-Informationen bis Stadtebene (automatisch)
  • Referrer-Websites (automatisch)
  • Kampagnenparameter inklusive Google UTM-Parameter und Google Enhanced Ecommerce Events (automatisch)
  • Scroll-Events (automatisch)
  • Verlassen der Website (automatisch & sekundengenau)
  • Klick-Events wie eingegebene Suchbegriffe, heruntergeladene Dateien, angesehene Videos, externe Linkaufrufe (automatisch und per CSS-Selektor)
  • Conversions wie Anmeldungen, Bestellungen usw. (per Assistent)
  • Conversion-Upload zu Google Ads (automatisch nach Einrichtung)

Alles da, was man als Online Marketer erstmal braucht. Und so funktioniert etracker in der Praxis.

etracker Snippet installieren

Sobald du dich bei etracker registriert hast, bekommst du ein Tracking Snippet zur Einbindung für deine Seite. Das kleine Code-Snippet findest du in deinem Account und muss auf der Website kurz vor dem </head> Bereich eingefügt werden. Es gibt auch fertige Plugins für Shopsysteme und Anleitungen für alle gängigen Systeme (auch Wordpress), mit denen das automatisch erfolgt.

etracker Dashbard
Im etracker Dashboard finde ich alle Daten, wie ich sie auch von Google Analytics gewohnt war.

Zur besseren Auswertung bietet etracker verschiedene Reports. Für das klassische Web Analyitcs (Messung auf Website) sind das

  • Basis Reports (Besuche nach Zeit, Technik / Gerät), Content, Standort & Verhalten)
  • Marketing Reports (Onsite Kampagnen, Quellen / Medium, Kampagne, Referrer & Paid Media, und Customer Journey)
  • Ecommerce Reports (Conversions, Produkt Performance)
  • Custom Reports (eigene Reports)

Mit Cookies vs. ohne Cookies

Standardmäßig funktioniert etracker ohne Cookies. Dafür sorgt der Paramter data-block-cookies=“true“ im Code-Snippet. Sobald das Snippet auf der Website installiert ist, werden folgende Daten beim Seitenaufruf in etracker erfasst:

  • die gekürzte IP-Adresse;
  • Informationen zum verwendeten Endgerät, Betriebssystem und Browser;
  • Geo-Informationen bis maximal Stadtebene;
  • die aufgerufene URL mit dazugehörigem Seitentitel und optionale Informationen zum Seiteninhalt;
  • die Website, von der auf die aufgerufene Einzelseite gelangt wurde (Referrer-Site);
  • die Folgeseiten, die von der aufgerufenen Webseite aus innerhalb einer einzelnen
  • Website aufgerufen wurden;
  • die Verweildauer auf der Webseite;
  • weitere Interaktionen (Klicks) auf der Webseite wie eingegebene Suchbegriffe,
  • heruntergeladene Dateien, angesehene Videos, bestellte Artikel.

Wer möchte, der kann darüber hinaus auch die Funktion zur Aktivierung von etracker Cookies verwenden. Das würde noch bessere Daten für die Messung von Benutzerverhalten liefern (vor allem bei Wiederkehrern), allerdings sind die Ergebnisse ohne Cookies aus meiner Sicht bereits sehr umfangreich und dürften für den durchschnittliche Online Marketer völlig ausreichend sein.

Sobald aber Cookies eingesetzt werden, MUSS die Einwilligung des Nutzers erst in Form eines Cookie-Consent-Banners eingeholt werden. etracker wertet beide Daten aus und trennt diese sogar. Auf diese Weise könnte man gleich die Einwilligungs-Conversion bei einem Consent-Banner auswerten.

etracker mit und ohne Cookies
Besucher mit Cookies vs. Besucher ohne Cookie

Ich nutze ausschließlich das Tracking ohne Cookies, daher ist der Anteil mit Cookies in meinem Fall bei 0%. In meinem etracker Account sehe ich trotzdem alle wichtigen Daten, wie

  • Traffic-Quellen (im Beispiel nach Kampagnen sortiert)
  • Referrer (Herkunft)
  • Produkt-Verkäufe (nach Produkten)
etracker Traffic und Kampagnen auswerten
etracker Daten, die auch ohne Cookies erfasst werden.

Conversion Tracking mit etracker

Die Grafik oben verrät es schon: Ich nutze etracker auch, um meine Conversions in meinem Shop zu messen. Dafür muss das Javascript Snippet zusätzlich auf der letzten Seite im Checkout integriert werden. Über Plugins (z.B. für Shopify) setzen das alles automatisch. Erfasst werden können

  • viewProduct – Produkt gesehen
  • insertToWatchlist – Produkt auf Merkliste gesetzt
  • removeFromWatchlist – Produkt von Merkliste entfernt
  • insertToBasket – Produkt in den Warenkorb gelegt
  • removeFromBasket – Produkt aus dem Warenkorb entfernt
  • order – Bestellung
  • orderCancellation – Bestellung storniert

Zu jedem Bestell-Event müssen zusätzlich sog. Objekte definiert werden, z.B. bei product -> Produkt-ID, Produkt-Name, Produkt-Hierarchie, und der Preis.

Folgende Reports stellt etracker damit zur Verfügung:

etracker Ecommerce Reports

Conversion Upload bei Google Ads, Microsoft Ads und Facebook

Was anders funktioniert, also bei der Variante mit Cookies, ist der Conversion Upload bei den üblichen Marketing-Plattformen. In der alten Welt haben Cookies von Google, Facebook und Co. einen Sale gemessen und etwas per Sale-Event über ein Javascript Snippet oder über eine Conversion API übermittelt bekommen. Meist wurde die Conversion dann mit kurzer Verzögerung (ein paar Stunden) im Ads Account dargestellt, zumindest bei denen, die dem Laden des Javascripts per Consent Banner zugestimmt hatten. Da etracker ohne Cookies arbeitet, geht das so leider nicht mehr, aber anders.

Automatischer Conversion Upload

Damit die Conversions aus dem Shop (und damit aus etracker) auch bei Google Ads oder Facebook landen, müssen diese als Offline Conversions dort hochgeladen werden.

Dafür sind zwei Schritte erforderlich:

  1. Kampagnen Tracking mithilfe eines URL Suffix erweitern (bei den Anzeigen)
  2. Die Quell-URL (von etracker) zum automatischen Upload hinterlegen

Für die Einrichtung stellt etracker ebenfalls Anleitungen bereit. Durch einen Zusatz (Suffix) hinter der Kampagnen URL einer Anzeige werden die Klicks und Events bei etracker einzelnen Ads Kampagnen zugeordnet. Der Weg zurück (also von etracker z.B. zu Google Ads und dort zur Kampagne) erfolgt dann über den Upload der Conversion (automatisch einmal pro Tag). Dafür gibt es bei allen großen Werbenetzwerken entsprechende Einstellungen.

In der Praxis klappt das bei mir ganz gut. Ich habe den Upload so eingestellt, dass die gesammelten Conversions in etracker einmal nachts jeweils bei Google, Microsoft und Facebook hochgeladen werden. Auf diese Weise kann sich der Algorithmus weiterhin alleine optimieren und jeden Tag bessere Werbeergebnisse erzielen.

etracker Datenupload bei Google (Conversion)

Marketing Kampagnen mit etracker auswerten

Nicht nur Conversion, auch Marketing-Kampagnen, Quellen, usw. lassen sich prima mit etracker auswerten. Von organischem SEO Traffic bis hin zum Multiattributionsmodell. Wer vorher bereits aus der Google Analytics Welt gewohnt war, mit UTM Parametern zu arbeiten, kann diese auch weiterhin in etracker auswerten. Für uns ist das mit das wichtigste Tools in etracker (oder jedem anderen Analytics Tool), um die Wirksamkeit einzelner Marketing Kanäle und Kampagnen auswerten zu können. So könnte das dann aussehen:

etracker Marketing Dashboard

User Experience Analyse (Messung der Scrolltiefe)

Neben den genannten Reports bietet etracker noch mehr. App Anbieter können mit etracker auch App Analytics messen. Für alle (auch Webseiten Betreiber) gibt es aber auch eine UX Analyse, die die Scrolltiefe einer Seite misst. Diese zeigt an, wie tief ein Besucher auf einer Seite scrollt und hilft so herauszufinden, ob User früher oder später aussteigen (weil sie den Content z.B. spannender oder unspannend finden).

etracker Scrolltiefe messen
Scrolltiefe messen mit etracker

Was kostet etracker?

Die etracker Preise gehen ab 9€ / Monat los. Es gibt 3 Tarife mit unterschiedlichem Funktionsumfang. Jeweils im Tarif steigt der Preis mit steigenden Besucherzahlen:

  • Basic (Für Blogs und Content Website): ab 9€ /Monat
  • Pro (inklusive Conversion Tracking): ab 19€ / Monat
  • Enterprise (mit richtig viel Analytics Möglichkeiten): ab 99€ / Monat

Insgesamt ein total fairer Preis. Die Traffic Stufen sind auch mehr als fair. So kosten 25Tsd. Besucher im Basic Tarif z.B. 9€. Die nächste Stufe sind 250Tsd. Besucher für 29€ und danach folgen 1Mio Besucher mit 79€, jeweils pro Monat. Beim eCommerce Tarif (Pro) kosten 250Tsd. Besucher 69€ und 1Mio Besucher 139€.

Alle Preise kannst du hier nachlesen.

Eine detaillierte Funktionsübersicht je Tarif findest du hier.

Mein Fazit zu etracker

etracker ist eine Datenschutz-konforme Lösung, um sauber alle Besucher auch ohne Cookie-Einwilligung zu erfassen und Kampagnen auszuwerten. Alle Daten verlassen zu keiner Zeit die EU (gehen insbesondere nicht in die USA).

Der Einsatz von etracker in der Cookie-losen Variante ist komplett einwilligungsfrei. Das wurde auch in einem unabhängigen Audit der ePrivacy GmbH bestätigt. In dem Prüfbericht heißt es:

Wir halten es aufgrund unserer eingehenden Prüfung für vertretbar, die Datenverarbeitung bei etracker Analytics und etracker Optimiser […] durch die Rechtsgrundlage des Art. 6 Abs.1 lit.f) DSGVO (berechtigtes Interesse) zu rechtfertigen. Im Cookie-less Modus (Standardmodus) ist ein Einsatz von etracker Analytics ohne jedwede Einwilligungspflicht rechtmäßig.

ePrivacy GmbH zum Einsatz von etracker

Achtung: Falls du andere Scripte oder Tracker verwendest (wie z.B. den VG Wort Pixel oder andere Marketing-Snippets), dann könnte ein Consent Tool weiterhin erforderlich sein.

Wenn du Lust hast, dann probier doch etracker einfach mal 30 Tage völlig kostenlos und unverbindlich (ohne Zahlungsdaten) aus:

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Christian ist Gründer von lsww.de. Seit 2011 baut er Online Unternehmen wie fastbill.com, happycoffee.org, meerdavon.com oder diesen Blog hier auf, und teilt hier seine Erfahrungen aus dem Alltag als Online Unternehmer. Immer Remote und manchmal auf Reisen, idealerweise von dort, wo es Wellen zum Surfen gibt ✌️

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24 Tage zuvor

Hallo Christian,

vielen Dank für deinen überaus informativen und aufschlussreichen Artikel!

Wir sind auch der Meinung, dass etracker Analytics eine überaus interessante Alternative zu Google Analytics darstellt, auch wenn etracker nicht kostenfrei ist. Die meisten unserer Kunden benötigen die Pro-Version, die mindestens 19 EUR / Monat kostet. Doch dieses Geld sollten sie für DSGVO-konformes Tracking dann besser doch investieren, anstatt am falsche Ende zu sparen.

Die Zeiten von Google Analytics sind, wie es aussieht, allmählich vorbei. Selbst GA4 kann wohl nur sehr schwer DSGVO-konform eingesetzt werden (wenn überhaupt…). Zu beachten wäre hier allerdings auch der enorme Datenverlust. Bei den meisten Kunden verlieren wir, wenn wir Google Analytics einsetzen, zwischen 50 – 70 % der Daten, weil Statistik-Cookies abgelehnt werden.

Matomo ist natürlich auch eine gute Google Analytics Alternative. Allerdings haben auch andere Anbieter nun Aufwind, was grundsätzlich ja nicht schlecht ist! 😉

LG,
Melvin von Kapwa Marketing